Wissen teilen oder horten? Und was Führung damit zu tun hat (mit Prof. Dr. Florian Offergelt)
Shownotes
„Das weiß ich leider nicht.“ „Dazu darf ich nichts sagen.“ „Ich schicke dir das später.“ Und dann kommt: nichts. Was passiert, wenn Menschen ihr Wissen zurückhalten. Und was können Führungskräfte dagegen tun? Prof. Dr. Florian Offergelt ist Wirtschaftspsychologe, Professor am Hochschulinstitut Schaffhausen und Managing Partner der Unternehmensberatung quantics plus in München. Er forscht zu Wissensmanagement, implizitem Erfahrungswissen und „Knowledge Hiding“, dem bewussten Zurückhalten von Wissen am Arbeitsplatz. Und er zeigt mir, warum Wissen teilen nicht nur eine Frage der richtigen Tools ist, sondern vor allem auch eine Frage der Führung.
Willkommen bei „Positiv Führen“ von und mit Christian Thiele. Mehr Leistungsfähigkeit, Motivation, Freude, Sinn, Kreativität und weniger Stress in der Arbeit, für Euch, Euer Team, Eure Organisation: Darum geht es hier. Für Führungskräfte und alle, die irgendwie Verantwortung für Teams, Projekte und andere Menschen tragen.
Thema dieser Folge: Wissensmanagement und Knowledge Leadership. Es geht um das Wissen, das in den Köpfen von Mitarbeitenden steckt und mit ihnen verloren gehen kann, um die Angst, sich durch das Teilen von Wissen selbst ersetzbar zu machen, und um die verschiedenen Spielarten des Knowledge Hiding. Florian erklärt, warum gute Wissensmanagement-Prozesse wichtig sind und wie eine Kultur entsteht, in der Menschen Wissen teilen, Fehler ansprechen und voneinander lernen. Und es geht um implizites Erfahrungswissen: das Wissen, das langjährige Mitarbeitende oft intuitiv anwenden, ohne es auf Anhieb erklären zu können. Wie lässt sich dieses Wissen überhaupt sichtbar und für andere nutzbar machen? Müssen wirklich alle Silos weg und was können KI und digitale Wissenszwillinge dabei leisten?
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Mehr zu Florian Offergelt und seiner Forschung:
Profil am Hochschulinstitut Schaffhausen:
https://www.hochschule-schaffhausen.ch/hochschulinstitut/professorenschaft/prof-dr-florian-offergelt/LinkedIn: Prof. Dr. Florian Offergelt
Unternehmensberatung quantics plus: quantics plus
Digitale Wissenszwillinge und IMPRINT™:
Alles zu digitalen Wissenszwillingen: https://wissenszwilling.de/
Das IMPRINT™ Framework: https://wissenszwilling.de/imprint-framework/
Seine Bücher und Forschung:
Offergelt, F., Hofreiter, S., & Steiner, T. (2025). Künstliche Intelligenz im modernen Wissensmanagement. Ein Praxisleitfaden zur Anwendung von Wissenszwillingen, KI-Agenten und Workflows. Springer Gabler (essentials).
https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-72565-8Offergelt, F., Hofreiter, S., & Steiner, T. (Hrsg.) (2024). Wissensmanagement in modernen Organisationen. Impulse aus der Forschung und Erkenntnisse aus der Praxis. Springer Gabler.
https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-68383-5Studie dazu, was es mit einem Team macht, wenn Führungskräfte Wissen zurückhalten:
Offergelt, F., Spörrle, M., Moser, K., & Shaw, J. D. (2019). Leader-signaled knowledge hiding. Effects on employees' job attitudes and empowerment. Journal of Organizational Behavior, 40(7), 819-833.
https://doi.org/10.1002/job.2343
Sein Podcast und Newsletter:
Podcast „Wirtschaft. Wissen. Wirkung.“ mit Florian Offergelt und Sebastian Hofreiter
https://open.spotify.com/show/41SB5nNMAJV39fzhfNI1Ij
https://www.youtube.com/@quanticsplusLinkedIn-Newsletter „Wirtschaft. Wissen. Wirkung.“
https://www.linkedin.com/newsletters/wirtschaft-wissen-wirkung-7374322191640915968Kurze Reels zu Wissensmanagement auf Instagram
https://www.instagram.com/der_wissensarchitekt/
Für dich vielleicht auch spannend:
- Stärken-Coaching mit dem CLYOScope: https://positiv-fuehren.com/clyos
- Mein neuer Audiokurs „Zuversicht als Führungskraft entwickeln und verstärken“ auf LinkedIn Learning: https://www.linkedin.com/learning/zuversicht-als-fuhrungskraft-entwickeln-und-verstarken-31040059
- Die Ausbildung zum Positive Psychology Facilitator am Institut für Persönlichkeit: https://www.institut-fuer-persoenlichkeit.de/veranstaltung/zertifizierung-zum-positive-psychology-explorer/?aff=Thiele
P.S.: Alleine ist man ja nix! Herzlicher Dank an Prof. Dr. Florian Offergelt für seine Zeit, seine wissenschaftlichen Einblicke und die vielen anschaulichen Beispiele. Danke auch an Marion Jacobi und ikone productions für Redaktion, Produktion und Perfektion. Und danke euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, fürs Mithören, Mitdenken und Teilen.
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Auch Feedback zum Podcast ist sehr willkommen: Wie geht ihr in eurem Team mit Wissen um? Was wird geteilt, was bleibt in einzelnen Köpfen – und was tut ihr als Führungskräfte, damit Wissen besser fließt? Schreib mir gern auf LinkedIn!
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Transkript anzeigen
00:00:00: Florian Offergelt: [00:00:00] Führungskräfte sind einfach Rollenbilder.
00:00:04: Ich sage jetzt ganz gewusst, Rollenbilder, an denen wir uns orientieren.
00:00:09: Ich sage nicht Vorbilder, weil wir eben auch sehr
00:00:12: stark negatives Verhalten übernehmen können.
00:00:15: Wenn wir Führungskräfte haben, das war ja meine Forschung, die Knowledge
00:00:20: Hiding vorleben, dann zeigen wir selber auch viel Knowledge Hiding.
00:00:25: Wenn wir Führungskräfte, und da sind wir bei diesem Knowledge Leadership, was
00:00:30: du ja ansprichst, die positives Verhalten zeigen, Feedbackkultur pflegen, die
00:00:35: mit dir reden, die irgendwo auch vielleicht diese Empathie haben, so dieses
00:00:40: Gefühl, hey, ähm, da passt jetzt was nicht, komm, lass mal irgendwie ansprechen.
00:00:45: Dieses Wissen teilen.
00:00:47: Dann ist es eigentlich eine wunderbare, perfekte Ergänzung für diese Basis,
00:00:52: Knowledge Management, die man als Organisation sowieso schaffen sollte.
00:00:56: (...)
00:00:57: Christian Thiele: [00:00:45] Es gibt Podcasts,
00:01:00: die versprechen, dein Leben zu ändern.
00:01:03: Das ist nicht meiner.
00:01:04: Grüß dich, servus, hoi, hallo, moin moin oder was auch immer du sagst
00:01:09: zu Positiv Führen, dem Podcast von und mit mir, Christian Thiele.
00:01:13: Für Führungskräfte mit Verantwortung, für Teams, Projekte und Menschen.
00:01:18: Kalenderweisheiten gibt es woanders.
00:01:20: Hier kriegst du Werkzeuge aus Forschung, Praxis und aus
00:01:24: Gesprächen mit Menschen, die beides können, denken und handeln.
00:01:28: Bevor ich meinen heutigen Gast vorstelle, ihr
00:01:31: habt ihn schon ganz kurz gehört, ein Hinweis.
00:01:34: Mit dieser Folge probieren wir was Neues aus.
00:01:37: Du kannst diese Episode nicht bloß hören, sondern dir das Gespräch auch anschauen.
00:01:43: Ich nehme ja praktisch alle Gespräche, die
00:01:45: ich für den Podcast führe, in Präsenz auf.
00:01:48: Und dieses Mal haben wir das eben auch noch gefilmt.
00:01:52: Ich bin total gespannt, wie euch dieses Format gefällt.
00:01:55: Vielleicht machen wir es dann auch häufiger.
00:01:58: (.)
00:01:59: [00:01:46] Thema dieser Episode Wissensmanagement.
00:02:03: Und ich spreche darüber mit jemandem, der darüber
00:02:06: wirklich viel, pardon, der liegt auf der Straße, weiß.
00:02:10: Prof. Prof. Dr. Florian Offergeld.
00:02:12: Ihr habt ihn eingangs schon gehört.
00:02:14: Er ist Wirtschaftspsychologe, er ist Forscher, er ist Unternehmer.
00:02:19: (.)
00:02:20: Und Florian Offergeld ist Managing Partner der Unternehmensberatung Quantix
00:02:25: Plus in München und Prof. am Hochschulinstitut Schaffhausen, HSH.
00:02:29: Er arbeitet viel zu organisationalem Wissensmanagement, vor allem zu implizipem
00:02:34: Erfahrungswissen und zu Knowledge, Hiding dem Verstecken von Wissen.
00:02:39: Und was das genau heißt, das verstecke ich hier noch, halte ich noch kurz zurück.
00:02:44: Aber auf diesem Feld, das kann ich schon sagen, gehört er
00:02:48: zu den führenden Köpfen im deutschsprachigen Raum, hat mit
00:02:52: seinem Team über 250 Projekte im Dachraum begleitet.
00:02:55: Er hat auch ein sogenanntes Imprint-Framework entwickelt und baut damit,
00:03:00: [00:02:48] oder Quantix Plus baut damit digitale Wissenszwillige.
00:03:04: Skifahrer und Vater ist er übrigens auch, das wird
00:03:08: auch nochmal eine Rolle spielen, dazu später.
00:03:11: Wisst ihr mehr darüber, was mit Wissensmanagement gemeint ist, wieso das
00:03:15: wichtig ist für deine Firma, für eure Organisation, gerade in Deutschland
00:03:20: und was man genau und konkret für besseres Wissensmanagement tun kann und
00:03:25: was man vielleicht auch lassen sollte, gerade als Führungskraft.
00:03:29: Als erstes wollte ich von Florian wissen, wieso ist es denn so
00:03:34: wichtig, so essentiell, sich mit dem Wissen in einer Organisation
00:03:38: zu befassen und warum es so wichtig ist zu wissen, ob das geteilt
00:03:42: wird, wie das geteilt wird oder wie es eben nicht geteilt wird.
00:03:46: (..)
00:03:47: Florian Offergelt: [00:03:35] Weil Wissen für Organisationen
00:03:51: eins der wichtigsten Assets ist, die wir haben.
00:03:55: Also gerade wenn wir uns jetzt vielleicht auch mal ein bisschen übergeordnet den
00:04:00: Standort Deutschland anschauen, haben wir nicht mehr so viele Standortvorteile.
00:04:05: (.)
00:04:06: Kostenvorteile haben wir auf keinen Fall, wir sind sehr
00:04:10: teuer verhältnismäßig, wir liegen okayisch, sage ich mal.
00:04:14: Das heißt, was bleibt uns?
00:04:15: Vor allem unser Know-how, unsere Intellectual Property, IP, unser Wissen.
00:04:20: (.)
00:04:21: Und für Organisationen, die gutes Wissensmanagement pflegen, wie gesagt,
00:04:26: ist ein sehr, sehr großer Begriff, kommen wir vielleicht nachher noch mal
00:04:31: ins Detail, wissen wir einfach, dass die gewisse Vorteile haben.
00:04:35: (..)
00:04:36: Höhere Innovationsgrad, mehr Kreativität, bessere Leistung und Performance.
00:04:41: Es gibt auch Studien, wo da ein bisschen Kosten dran geknüpft
00:04:45: sind, ein bisschen, wir reden hier von Millionen und Milliarden.
00:04:50: (.)
00:04:51: Und dementsprechend bist du als Organisation, die ein
00:04:54: gutes Wissensmanagement hat, einfach im Vorteil.
00:04:57: Und es hat auch in die Belegschaft Vorteile,
00:05:00: Arbeitszufriedenheit bei den Mitarbeitern, Empowerment.
00:05:04: Christian Thiele: [00:04:39] Ich zitiere Prof. Dr. Florian Offergeld, 31
00:05:09: Milliarden US-Dollar in der amerikanischen Wirtschaft geht verloren.
00:05:13: Ich glaube, du hast es nicht selber nachgezählt.
00:05:16: //Florian Offergelt: Ich habe auch 2004.
00:05:19: (..)// Durch, ja, durch was?
00:05:21: Durch schlampigen, bewussten, unbewussten Umgang mit Wissen.
00:05:25: Florian Offergelt: [00:05:03] Ja, also das ist natürlich ein Stückchen
00:05:30: weit, das ist eine Hochrechnung, es geht da sicherlich auch um
00:05:34: Opportunitätskosten ein Stückchen weit, aber ja, genau, durch nicht
00:05:38: geteiltes, schlecht fließendes Wissen ein Stückchen weit.
00:05:42: Weil Wissen, und da, glaube ich, können sich sehr viele Hörer auch
00:05:46: ein Stückchen weit mit identifizieren, (..) erneut aufgebaut werden
00:05:51: muss, obwohl es zum Beispiel schon in der Organisation ist.
00:05:55: Also, keine Ahnung, schauen wir uns mal einen Konzern an wie Siemens.
00:05:59: Da kann man davon ausgehen, dass fast alles schon mal
00:06:03: irgendwo gemacht wurde, jemand eine Erfahrung gemacht hat.
00:06:07: Aber man nicht weiß, wer es war, wo das passiert ist, und, und, und.
00:06:11: Und Wissen zu sammeln, Wissen zu generieren, ist halt aufwendig.
00:06:16: (.) Kostet unter Umständen auch.
00:06:18: Und, ähm, ja, so verliert man halt peu à peu
00:06:21: an Effizienz, an Geld, man generiert Kosten.
00:06:24: Ähm, man ist vielleicht langsamer, man verliert
00:06:27: Aufträge, weil Wissen nicht vorhanden ist.
00:06:30: Oder vielleicht ist es vorhanden, aber man weiß nicht wo.
00:06:33: Und so generiert sich dann so eine große Zahl.
00:06:36: Und man muss vielleicht auch noch dazu sagen, die Milliarden,
00:06:40: die du gerade angesprochen hast, [00:06:04] sind nur, äh,
00:06:44: unter den Fortune 500, also die größten 500 Unternehmen.
00:06:48: Äh, da reden wir jetzt mitnichten weltweit oder so. 500.
00:06:52: (.)
00:06:53: Christian Thiele: [00:06:14] Apropos die großen, ähm, ist das Thema
00:06:57: Wissensmanagement aus deiner Sicht für große Firmen wichtiger oder
00:07:02: vielleicht auch schwieriger in den Griff zu kriegen als für kleine?
00:07:06: Nee, ist es in manchen Branchen nochmal virulenter als in anderen?
00:07:10: Florian Offergelt: [00:06:31] Ich glaube, es ist erstmal für jede Branche wichtig.
00:07:16: Es gibt sicherlich gewisse Branchen, wo ein
00:07:19: Wissensvorteil, äh, nochmal mehr Effekt hat.
00:07:22: Also ich könnte mir vorstellen, dass man zum Beispiel in Branchen,
00:07:26: die sehr, sehr schnell, also wo vielleicht Projektarbeit eher
00:07:30: kurzfristig, könnten wir jetzt zum Finanzbranche, so M&A-Deals oder
00:07:35: so, welche Firma ist auf dem Markt, kommt auf den Markt, wann, wo,
00:07:39: wie.
00:07:40: So, da kann man sich durch Wissen natürlich einen
00:07:43: Wettbewerbsvorteil, einen Vorsprung irgendwo ereignen.
00:07:47: Also ja, das schon.
00:07:48: Was die Größe der Organisation angeht, ich glaube, dass es für jede
00:07:53: Organisation wichtig ist, dass Wissensmanagement anders gelebt werden muss.
00:07:58: Also selbst ein Startup braucht Wissensmanagement, ähm, was irgendwie
00:08:02: nur drei Leute hat, äh, aber auch ein Konzern, ich habe vorhin jetzt
00:08:07: Siemens als Beispiel genannt, äh, braucht Wissensmanagement.
00:08:11: Die Mittel, Methoden, aber auch Ressourcen, die ich
00:08:14: vielleicht zur Verfügung habe, sind natürlich andere.
00:08:18: (.)
00:08:19: Und, äh, wir stellen häufig fest, dass große Organisationen deutlich mehr
00:08:24: schon machen im Bereich Wissensmanagement, was sie auch müssen, ähm, weil
00:08:28: durch Größe entsteht einfach Komplexität auch ein Stückchen weit, ähm, und
00:08:33: das heißt aber deswegen noch lange nicht, dass sie alles gut machen.
00:08:38: [00:07:44] Und, äh, vielleicht ein, ein Thema, was mir immer am Herzen liegt,
00:08:43: Organisationen machen immer relativ viel, damit zum Beispiel Wissen geteilt wird.
00:08:48: Aber sie schauen sich jetzt zum Beispiel nie die Negativseite
00:08:53: an, also sowas wie Knowledge-Hiding, Knowledge-Hording, das
00:08:56: sind so negative, äh, Verhaltensweisen im Wissensmanagement.
00:09:00: Und nur, weil ich jetzt, ob ich es jetzt richtig mache oder nicht, in einer
00:09:05: Organisation habe, wo viel Wissen geteilt wird, auch hier gibt es Unterschiede,
00:09:11: heißt es noch lang nicht, dass deswegen nicht viel Wissen auch zurückgehalten wird.
00:09:16: Also, das sind nicht zwei Enden von einem String,
00:09:20: sondern die Sachen können parallel laufen.
00:09:22: Und dann haben wir noch das, äh, das Phänomen, es gibt auch sowas wie
00:09:27: Information-Overload, etc. Nur Wissen teilen muss noch nicht gut sein, weil ich
00:09:32: kann auch jeden Schmarrn, genau, ich kann auch noch jeden Schmarrn mit dir teilen.
00:09:38: Ich kann sagen, ja, frühstücken, hab das, kann man so,
00:09:41: aber das Relevante Wissen teile ich vielleicht nicht.
00:09:45: Ja, und da, ähm, muss man also sehr differenzieren, wenn man es gut machen will.
00:09:50: Relevantes Wissen teilen, so das, was du gerade gesagt hast, perfektes
00:09:55: Beispiel, CC-Kultur, kriege ich selber einen Hals, wenn das passiert.
00:09:59: Ähm, wobei das ist dann schon eher wieder so
00:10:02: ein Hierarchie-Gehabe, dann manchmal so.
00:10:05: Christian Thiele: [00:08:46] Ja, melden macht frei, hieß es bei der Bundeswehr.
00:10:10: (.)
00:10:11: Florian Offergelt: [00:08:49] Genau. Ja.
00:10:14: Also man muss sich hier schon immer sehr die
00:10:17: Nuancen auch anschauen im Wissensmanagement.
00:10:20: Christian Thiele: [00:08:55] Mit welchen Pain-Points kommen Menschen, Und auch
00:10:25: wer typischerweise zu, zu dir, sei es das zu beforschen, äh, anwendungsorientiert,
00:10:30: sei es eben auch deine Beratungsdienstleistungen, äh, in Anspruch zu nehmen
00:10:35: oder eure, äh, um das Thema Wissensmanagement in einer Organisation, sei es bei
00:10:41: irgendwelchen Stadtwerken, BMW oder wie auch immer, zu verbessern.
00:10:45: Florian Offergelt: [00:09:20] Ja, ähm, also gerade in der jüngeren Zeit sind es
00:10:50: eigentlich so zwei Themen, die den Leuten sehr, sagen wir mal, auf dem Herzen
00:10:56: liegen.
00:10:57: Das eine ist tatsächlich so das Thema Nachfolgemanagement, weil, ähm, das ist jetzt
00:11:02: nichts, was irgendwie auf einmal vor der Tür steht, aber demografischer Wandel.
00:11:07: Wir reden mit ganz, ganz vielen Leuten, die gerade auf uns zukommen und sagen, hey,
00:11:13: bei uns ist ein gewisser Wissensabfluss in den nächsten, äh, drei bis zehn Jahren.
00:11:18: Ähm, ähm, und wir haben Schiss, dass hier einfach Know-how
00:11:22: verloren geht, äh, und, äh, wir das entweder neu aufbauen
00:11:26: müssen oder es vielleicht auch für immer verloren geht.
00:11:30: Oder der klassische Case, das sehen wir auch immer häufiger, Leute verlassen
00:11:35: Organisationen, sind extreme Wissensträger, also verlassen wegen Ruhestand unter
00:11:40: Umständen.
00:11:41: So, und dann sagen die natürlich auch, ja, ich helfe euch schon,
00:11:45: aber die nehmen sich dann auch einen entsprechenden Obolus dafür.
00:11:50: Ähm, und, äh, dann sagen natürlich die Organisationen zu
00:11:53: Recht, okay, wir müssen das Wissen jetzt frühzeitig irgendwo.
00:11:57: Absaugen.
00:11:58: Absaugen, ja genau, speichern, bewahren.
00:12:01: Das ist der eine Case.
00:12:03: Der andere Case, der auch stark mit dem
00:12:05: Wissensmanagement zusammenhängt, ist, ähm,
00:12:08: Silos.
00:12:09: [00:10:27] Also, wir haben irgendwie Abteilungen und die arbeiten
00:12:13: nur unter sich und die Zusammenarbeit funktioniert nicht.
00:12:17: Also, was klassisch unter diesen Silo-Arbeiten, Silo-Denken irgendwie funktioniert.
00:12:23: Das Wissen fließt nicht von der einen Organisation oder einer Einheit in die andere.
00:12:28: Äh, wie kann man diesen Wissensfluss verbessern?
00:12:31: Wie kann man Silos jetzt aufbrechen?
00:12:34: Ähm, ja, das sind so diese Haupt-Pain-Points. die, wo Leute jetzt aktiv auf uns
00:12:39: zukommen, aber wir merken natürlich in den Arbeiten, in den Projekten, die wir
00:12:44: machen, wir machen auch viel so Organisationsdesign, Organisationsstrukturierung.
00:12:50: Also, wie baue ich jetzt eine Organisation auf, zum Beispiel
00:12:54: in der Wachstumsbegleitung, damit Wissen eben auch richtig
00:12:58: fließt, damit Wissen abgelegt und gespeichert wird.
00:13:01: Und eine Sache ist da auch immer sehr, sehr wichtig.
00:13:04: (.)
00:13:05: Wissensmanagement ist weit weg von reinen technologischen Themen oder Tools.
00:13:11: (.)
00:13:12: Wissensmanagement hat was mit Führung zu tun, hat was mit
00:13:15: Prozessen zu tun, hat was mit Strukturierung zu tun.
00:13:19: Man braucht auch gewisse Tools, sei es irgendwelche Sharepoints,
00:13:23: sei es Teams, Confluence oder digitale Wissenszwillinge jetzt,
00:13:27: [00:11:33] gerade wenn wir über KI, so die helfen.
00:13:31: Aber das ist so die Kirche oben auf der Sahne.
00:13:34: So die Basics im Wissensmanagement sind Strukturierung, Führungsthemen, ähm,
00:13:39: Prozesse, die ich eben aufbaue, damit Wissen eben auch ein Stückchen weit fließen
00:13:44: kann.
00:13:45: Christian Thiele: [00:11:50] Apropos Führung.
00:13:48: Ich habe gelesen, wonach 57 Prozent der Beschäftigten, die Tools der KI nutzen, das
00:13:54: entweder verheimlichen oder, also aktiv verheimlichen oder zumindest nicht erwähnen.
00:13:59: Studien aus dem chinesischen Raum, äh, zufolge sagen, 46 Prozent der
00:14:04: Befragten, dass sie schon mal absichtlich Wissen zurückgehalten haben.
00:14:08: Ähm, jetzt würde ich ja behaupten, in Zeiten von KI, wo vielleicht dieser Strom
00:14:14: von Wissen noch viel leichter irgendwie geteilt werden kann, da wäre ich doch
00:14:19: eigentlich ziemlich doof, wenn ich mein Wissen, auch mein Wissen über Prozesse,
00:14:24: wie ich mir sozusagen Prozesse erleichtern kann, wenn ich das mit allen teile,
00:14:29: weil mein Chef dann sagt, ach super, du hast jetzt in der Zeit von drei Reports
00:14:35: irgendwie sechs geschafft, äh, dann mach doch in Zukunft die anderen auch noch.
00:14:40: Florian Offergelt: [00:12:52] Ja, also je nachdem, welches Phänomen man sich
00:14:45: natürlich ein Stückchen weit anschaut, gibt es unterschiedliche Gründe.
00:14:50: Und was du jetzt so ein Stückchen weit beschreibst, ist, ähm, so Expertentum.
00:14:55: S01: [00:13:03] Mhm.
00:14:56: Florian Offergelt: [00:13:03] Ähm, Expertentum bedeutet
00:15:00: erstmal so diese Angst davor zu haben, hey, wenn ich jetzt
00:15:04: mal ein bisschen abgebe, dann bin ich ja quasi ersetzbar.
00:15:07: Ähm, oder dann können ja die anderen das machen, aber das ist ein Stückchen
00:15:12: weit wie in der Führung, wenn ich immer, also wenn ich sage, hey, ich muss die
00:15:18: Leute unter mir klein halten, dann bin ich eigentlich eine schlechte Führungskraft,
00:15:23: weil, wenn ich das mache, weil ich sage, hey, ich habe Angst, dass dann jemand
00:15:28: besser wird und am Ende mich überholt, so eigentlich müsstest du als Führungskraft
00:15:34: sagen, geil, das ist das Beste, was mir passieren kann, wenn du so gut bist,
00:15:39: Leute zu befähigen, dass sie irgendwann mal links und rechts an dir vorbeiziehen
00:15:44: und langfristig lohnt sich das natürlich auch.
00:15:47: Und mit dem Wissensmanagement ist es tatsächlich eigentlich genauso.
00:15:52: Für eine Organisation ist immer erstmal der Wunsch,
00:15:55: innerhalb der Organisation, dass Wissen geteilt wird.
00:15:59: Mhm.
00:16:00: Individuum sage, hey, ich halte jetzt Wissen absichtlich zurück, egal, worum das
00:16:05: geht, dann, ähm, mache ich damit vielleicht im ersten Schritt etwas, das sich für
00:16:11: mich erstmal gut anfühlt, aber für die Organisation natürlich ein Bärendienst, weil
00:16:16: eine Organisation profitiert davon, dass Wissen über mehrere Köpfe verteilt ist.
00:16:21: [00:14:04] Wenn die eine Person eben ausfällt, kann eine andere Person eben
00:16:26: einspringen und das machen. und, ähm, damit sind wir immer so in diesem
00:16:31: Spannungsfeld, individuelle Bedürfnisse versus, was will denn eigentlich eine
00:16:36: Organisation, so es menschelt, deswegen ist das ja auch sehr gut angesetzt in der
00:16:42: Wirtschaftspsychologie.
00:16:43: (.)
00:16:44: Und, ähm, ja, in dem Spannungsfeld muss man halt
00:16:47: ein bisschen, äh, arbeiten und damit umgehen.
00:16:50: Und, äh, es ist natürlich auch ein bisschen eine Typenfrage und ich
00:16:55: kann das, wie gesagt, an vielen Stellen irgendwo auch nachvollziehen,
00:16:59: dass man so aus Angst dann irgendwie versucht, Wissen vielleicht
00:17:04: zurückzuhalten, sich einen gewissen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten.
00:17:08: Ich persönlich habe zum Beispiel für mich, ähm, irgendwann mal diesen Entschluss
00:17:14: gefragt, weil ich einfach die ganzen Studien kenne, dass ich eigentlich sehr
00:17:19: bereitwillig, also intern sowieso, aber auch mit, äh, mit, mit, mit den Leuten,
00:17:24: mit denen ich zusammenarbeite, etc., Wissen teile, weil ich weiß, dass die
00:17:29: positiven Effekte auch aus der Forschung, etc., eigentlich immer überwiegen.
00:17:34: Und es hat auch viel mit Vertrauen zu tun.
00:17:37: Wenn ich jetzt zum Beispiel, ja, wir arbeiten jetzt zusammen so, und ich
00:17:42: würde jetzt dich entweder anlügen, [00:15:05] dir vielleicht falsches
00:17:46: Wissen wiedergeben, oder wenn wir jetzt über Knowledge Hiding reden, so
00:17:51: eine Strategie, so Playing Dump, so, ich habe keine Ahnung, ähm, dann
00:17:56: merkst du ja auch irgendwann, also entweder denkst du, äh, okay, komisch,
00:18:00: warum ist er denn in dieser Position, wenn er keine Ahnung hat?
00:18:05: Oder du merkst natürlich auch irgendwann, naja, also, ganz stimmen kann
00:18:09: es auch nicht, er hat keinen Bock, äh, mir irgendwie Sachen zu erzählen,
00:18:14: und dann sagst du mir beim nächsten Mal halt auch nichts mehr.
00:18:18: S01: [00:15:27] Mhm.
00:18:20: Florian Offergelt: [00:15:27] Und am Ende schneidet man sich damit eher ins Fleisch.
00:18:25: Aber wie gesagt, wir reden innerhalb der Organisation, interorganisational,
00:18:30: klar, dass ich jetzt nicht irgendwie zur Konkurrenz gehe und dem
00:18:34: irgendwie alle Betriebsgeheimnisse ausplappern darf.
00:18:38: Also, das muss man schon ein bisschen unterscheiden.
00:18:41: Christian Thiele: [00:15:44] Apropos interorganisational, ist denn
00:18:46: dann nicht Outsourcing auch die Gefahr, dass damit nicht nur
00:18:50: Kompetenzen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, sondern eben auch Wissen
00:18:54: systematisch aus der Firma abfließt, wenn ich das zu viel mache?
00:18:58: Ja, ja, klar. Oder zu viel gemacht habe?
00:19:01: Florian Offergelt: [00:16:01] Absolut.
00:19:04: Das ist ja auch einer der Gründe mit, warum viele Organisationen jetzt so
00:19:08: ein Stückchen weit auch wieder zurückrudern und Sachen, gewisse Sachen,
00:19:13: gerade Forschung und Entwicklung, auch wieder stärker in-house machen.
00:19:18: Aber auch das war eigentlich immer einer der Teile oder der, der, der Teile
00:19:23: in einer Organisation, die vermeintlich weniger outgesourced worden sind.
00:19:28: Das ist jetzt wirklich auch Branchen unabhängig davon.
00:19:31: Also, das ist natürlich so die, dieses Intellectual Property
00:19:35: IP ist natürlich das, was jede Organisation irgendwo hält.
00:19:39: Und wenn du das natürlich irgendwo abgibst, ähm,
00:19:42: kann das natürlich sehr, sehr schief gehen.
00:19:45: Und, ähm, also wenn man sich jetzt überlegt, dass jetzt irgendwie
00:19:50: ein, ein Pharmakonzern oder auch in, ein, ein OEM im Automobilbereich,
00:19:54: so irgendwie das Herzstück, so die Entwicklung der Autos, also
00:19:58: komplett outgesourced, was sie, glaube ich, nicht haben.
00:20:02: Ich weiß es fairerweise nicht.
00:20:04: Glaube ich, das wäre sehr, sehr problematisch, weil
00:20:07: du ja das Know-how dann selber nicht mehr besitzt.
00:20:11: Ähm, genau. Also sollte man nicht tun.
00:20:13: Christian Thiele: [00:16:59] Wir haben ja jetzt über das Why gesprochen.
00:20:18: Lass uns doch mal über das What sprechen.
00:20:21: Ähm, Herr Professor Dr. Florian Offergeld, (.)
00:20:24: Wissensmanagement, definieren Sie mal bitte Wissen und
00:20:28: definieren Sie mal bitte Management in dem Kontext.
00:20:31: Florian Offergelt: [00:17:16] Also Wissen, da gibt es diese
00:20:35: sehr bekannte Pyramide, baut sich so ein Stückchen weit auf.
00:20:39: Wir haben erst mal Daten.
00:20:41: Daten ist erst mal alles.
00:20:42: Daten ist erst mal sehr, sehr unverbunden.
00:20:45: Wenn man Daten richtig miteinander kombiniert und ein Stückchen
00:20:49: weit in den richtigen Kontext setzt, werden daraus Informationen.
00:20:54: So, und wenn ich diese Informationen dann noch mit Praxiserfahrung,
00:20:58: mit Umsetzung paare, dann entsteht daraus Wissen.
00:21:01: Also Wissen ist quasi so die angereicherste Form davon.
00:21:05: Jetzt könnte man so ein bisschen das Philosophische.
00:21:08: Darüber kommt dann tatsächlich irgendwann so dieses Thema Weisheit. wo man sich
00:21:14: eine gewisse Zeit lang auch Wissen ansammeln konnte und Erfahrungen machen konnte.
00:21:19: Christian Thiele: [00:17:53] Verstoff wechselt, kontextualisiert.
00:21:23: Quasi, genau.
00:21:24: Florian Offergelt: [00:17:57] Also Weisheit,
00:21:27: es gibt tatsächlich den Begriff Weisheit.
00:21:30: Und die wirst du nicht haben, wenn du 18 bist.
00:21:33: Sondern die obliegt dann tatsächlich den Menschen,
00:21:37: die eben lange Lebenserfahrungen hatten.
00:21:39: Aber Wissen ist jetzt quasi jetzt mal in dem Kontext so die Spitze der Pyramide.
00:21:45: Daten, Informationen, Wissen.
00:21:46: So, das ist erst mal Wissen.
00:21:48: Also das sind Daten, die angereichert sind, die strukturiert sind
00:21:53: und angereichert durch Erfahrungen in die Praxis umzusetzen.
00:21:57: So entsteht dann eben Wissen.
00:21:59: So, das ist Wissen. (.)
00:22:00: Management selber ist natürlich das Arbeiten, Strukturieren,
00:22:04: vielleicht Zuweisen, Koordinieren von Tätigkeiten von Wissen.
00:22:08: Wenn man das jetzt in Verbindung setzt, Wissensmanagement, dann geht es eben
00:22:13: darum, in der Organisation (..) die Informationen, das Wissen richtig zu
00:22:18: verteilen, Speichern des Wissens, das richtige Wissen an die richtige Person.
00:22:23: Wir hatten es ja ganz am Anfang mal gesagt, nicht jeder muss alles wissen.
00:22:28: (..)
00:22:29: Es gibt ja auch zu Recht Wissen, was nicht weitergegeben werden darf oder soll.
00:22:34: (...)
00:22:35: [00:19:00] Und ja, wenn mir das eben gelingt, kann ich daraus viele Vorteile ziehen.
00:22:41: Aber, und das muss man jetzt auch wieder sehr pragmatisch sehen, man
00:22:46: könnte sein ganzes Leben mit Wissensmanagement irgendwo verbringen.
00:22:50: Es muss halt irgendwo im Kontext die richtige Bedeutung bekommen.
00:22:54: Und aktuell denke ich, dass es noch zu wenig Bedeutung bekommt in Organisationen.
00:23:00: Aber man muss jetzt auch das nicht irgendwie
00:23:03: zum größten Hauptthema überhaupt hochjassen.
00:23:06: Also, es muss ja immer noch operativ irgendwie alles auch funktionieren.
00:23:10: (.)
00:23:11: Christian Thiele: [00:19:33] Lass uns noch mal auf das Thema Wissen.
00:23:16: Da will ich noch mal kurz rumkauen.
00:23:18: Weil es gibt ja Aspekte von Wissen, Daten,
00:23:21: Lieferantenlisten, Preise, technische Spezifikationen.
00:23:25: Und es gibt ja auch so ein Wissen wie, ja, wie lese ich den Raum?
00:23:29: Wie gehe ich mit einem schwierigen Kunden um?
00:23:32: Wie gehe ich in Verhandlungssituationen X oder Y um?
00:23:35: Was sind da meine Spielräume?
00:23:37: Also vielleicht auch sowas wie Fingerspitzengefühl, (.) implizites Wissen.
00:23:42: //Florian Offergelt: Ja, so sagst du schon.
00:23:45: (.)// Gehört das für dich alles zu Wissensmanagement auch dazu?
00:23:49: Florian Offergelt: [00:20:16] Genau, also Wissen,
00:23:53: es gibt erstmal unterschiedliche Arten von Wissen.
00:23:56: Du hast es gerade schon sehr, sehr schön gesagt,
00:23:59: was du skizziert hast, ist explizites Wissen.
00:24:02: Also das, was sehr leicht kodifizierbar ist.
00:24:05: PowerPoints, Lieferantenlisten, whatever.
00:24:08: Und dieses implizite Wissen.
00:24:10: Implizites Wissen ist dieses, zum Beispiel, Erfahrungswissen, was
00:24:14: sich über eine gewisse Zeit lang ansammelt, was in den meisten
00:24:18: Fällen nicht kodifiziert ist, was in deinem Kopf quasi steckt.
00:24:22: Also, keine Ahnung, was macht jetzt eine gute Podcast-Folge, wenn wir
00:24:27: jetzt über die sprechen, was unterscheidet die von der schlechten?
00:24:31: //Christian Thiele: Woran liegt das?
00:24:34: Das ist nicht die Technik.// Die Technik ist immer das Gleiche, sage ich jetzt mal.
00:24:39: Christian Thiele: [00:20:50] Nö, nö, nö, nö, nö, nö, nö, nö, nö.
00:24:44: So würde ich, aber ich verstehe, was du sagst.
00:24:47: Florian Offergelt: [00:20:53] Na genau, also,
00:24:50: angenommen, du rennst immer ins gleiche Studio.
00:24:53: Christian Thiele: [00:20:56] Ich würde hier noch irgendwie
00:24:57: den Angry-Button irgendwie hier gedrückt kriegen.
00:25:00: Florian Offergelt: [00:20:59] Genau.
00:25:02: Also, gehen wir mal davon aus, du wärst immer im selben
00:25:06: Studio und was du ja zukünftig bist und dann, nö.
00:25:09: Und, äh, also das sind zwei unterschiedliche Arten des Wissens.
00:25:13: Und das implizite Wissen ist das vielleicht viel wichtigere Wissen ein Stückchen
00:25:19: weit, aber das viel, viel schwierigere zum Festhalten und Kodifizieren.
00:25:23: Das heißt, die meisten Sachen, die wir sehen, keine Ahnung, die meisten
00:25:28: Endergebnisse, die kannst du ja auch in PowerPoints festhalten, keine Ahnung,
00:25:33: Ergebnis einer langen Due Diligence, wir kaufen irgendwie eine Firma oder nicht oder
00:25:39: was auch immer.
00:25:40: Die Entscheidungen, so das, was viele Menschen so als Bauchgefühl, (..)
00:25:45: Entscheidungsheuristik, Intuition, genau, äh, das festzuhalten, das ist möglich.
00:25:50: Also, da gibt es Methoden aus der Kognitionspsychologie, etc. Aber
00:25:54: das ist schwierig, das ist ein Stückchen weit aufwendig auch.
00:25:58: Ähm, und auch natürlich nie komplett vollständig, aber...
00:26:02: Christian Thiele: [00:21:53] Ich glaube, wir
00:26:05: müssen hier kurz über das Skifahren reden.
00:26:08: Florian Offergelt: [00:21:55] Auch gut.
00:26:11: Christian Thiele: [00:21:56] Über den Hang.
00:26:13: Fahr ich da rein oder fahr ich da nicht rein?
00:26:16: Wie treffe ich die Entscheidung?
00:26:19: Du bist ein sehr ambitionierter Freerider oder gewesen, wie auch immer.
00:26:23: //Florian Offergelt: Ja, schon immer noch.
00:26:26: (.)// Genau, ähm, was hat das mit Wissen, äh, und auch mit dem Abrufen von...
00:26:31: Ja, okay, das ist ein perfektes Beispiel.
00:26:34: Oder implizitem Wissen.
00:26:36: Florian Offergelt: [00:22:17] Das ist ein sehr gutes Beispiel.
00:26:40: Ich stehe oben am Hang und sehe diesen Hang.
00:26:43: //Christian Thiele: Mhm.// Und hab dann meistens ein Bauchgefühl,
00:26:47: so, jetzt kann ich das hier zurückgeben, du bist ja auch sehr,
00:26:51: sehr viel am Berg unterwegs, (.) fahr ich da rein oder nicht?
00:26:55: So, und, ähm, das, das, das, wenn man Erfahrung hat, wenn man viel an
00:27:00: den Bergen unterwegs ist, dann, dann, dann, dann, (.) denkt man an ganz
00:27:05: viele Sachen, schon, wenn ich jetzt Skitouren gehe, beim Hochgehen.
00:27:09: Schattenhang, Sonne, Lage, Höhe, genau, sind da Bäume drinnen,
00:27:13: Windverhältnisse, kenne ich die Bedingungen, kenne ich das Gelände.
00:27:18: Aber im ersten Schritt hast du am Ende quasi ein Ergebnis, was du
00:27:22: wahrscheinlich erst mal so als Bauchgefühl, so, da fahr ich nicht rein.
00:27:27: Wenn ich dich jetzt aber dann fragen würde, sondern jetzt kommst du zu dem Punkt,
00:27:32: wie kommst du denn zu der Entscheidung, dann dröselst du diese Entscheidung eben
00:27:37: auf.
00:27:38: Indem ich sag, du, ich hab beim Hochgehen schon gesehen,
00:27:42: dass überall so Slush-Abgänge waren, so ein bisschen.
00:27:46: Wir haben jetzt irgendwie 13 Uhr, wir waren ein bisschen länger unterwegs, die
00:27:51: Sonne scheint da jetzt schon irgendwie so zwei Stunden rein, ist schon schwerer.
00:27:56: Wir sind irgendwie nicht besonders hoch, wir sind
00:27:59: irgendwie auf 1, 8 und nicht irgendwo auf 3.000.
00:28:03: [00:23:20] Das heißt, irgendwie Durchfeuchtung ist schon da.
00:28:07: Christian Thiele: [00:23:22] Letztes Jahr hat
00:28:10: es genau bei der, bei der Lage gescheppert.
00:28:13: Florian Offergelt: [00:23:26] Genau, du kennst den Hang
00:28:16: vielleicht und hast gesehen, da geht immer was ab.
00:28:20: (..) also genau diese Punkte, die wir jetzt
00:28:22: da so ein Stückchen weit angesprochen haben.
00:28:25: Du warst den ganzen Winter schon unterwegs im Lawinenlagebericht,
00:28:30: so, wir haben dann einen, einen, einen, zwei, einen, einen,
00:28:34: einen, einen, einen, einen, einen, einen Vierer.
00:28:37: Genau, und das kommt dann alles zusammen.
00:28:40: Und am Ende kann man das schon aufdröseln.
00:28:42: Das, was du dann am Ende so vielleicht mit all deinem Wissen unterbewusst
00:28:47: als Bauchgefühl bezeichnest, unterliegt dann schon gewissen
00:28:51: Entscheidungsheuristiken, die auch verallgemeinerbar sind ein Stückchen
00:28:56: weit.
00:28:57: Aber das eben dann daraus zu essenzieren, sage ich mal, das ist dann eben
00:29:02: die Kunst von unterschiedlichsten Methoden und was uns eben sehr, sehr schnell
00:29:07: im Gehirn gelingt, so jetzt kann ich so ein bisschen referenzieren auf Daniel
00:29:12: Kahnemann, schnelles Denken langsam, also System 1, System 2, das ist sehr,
00:29:17: sehr schwierig oder aufwendig festzuhalten, zu kodifizieren, ob das vollständig
00:29:22: möglich ist, wie gesagt, lassen wir mal dahingestellt.
00:29:26: Ähm, aber es geht ein Stückchen weit, was zum Beispiel auch ein Thema
00:29:31: ist, was wir gerade viel mit digitalen Wissenszwillingen versuchen,
00:29:35: weil, wie gesagt, jetzt in Zeiten der KI, du hast es ja gesagt, ist
00:29:39: das Thema explizites Wissen schon relativ durchgespielt.
00:29:43: [00:24:31] Ich kann riesige Datenmengen in die KIs reinhauen, in ein
00:29:48: Rack-System, das pflügt sich da durch, kann selber sortieren, kann damit
00:29:53: arbeiten und gibt mir dann die Sachen ein Stückchen weit wieder.
00:29:57: Also explizites Wissen, in Anführungszeichen, Haken dran.
00:30:01: Implizites Wissen, also genau das, das ist nochmal eine ganz, ganz andere
00:30:05: Thematik, so das ist die Kunst jetzt eben herauszuholen, das lässt sich auch
00:30:11: nicht vollständig automatisieren, weil man eben verschiedene Techniken mit
00:30:15: den Leuten drüber reden muss und wenn du jetzt zum Beispiel, wir haben vorhin
00:30:21: drüber geredet, Knowledge Hiding, Knowledge Sabotage, das bewusste Sabotieren
00:30:26: von Wissen, wenn du sowas machst, ähm, das checkt die KI ja nicht, weil du
00:30:31: kannst ja KI ja sagen, du, keine Ahnung, weiß ich nicht.
00:30:34: Und dann kann die KI vielleicht sagen, bist du dir sicher, dass du es nicht weißt?
00:30:40: Und dann sagst du, ja nee, ich weiß es nicht.
00:30:43: So, und dann ist aber auch irgendwann gut.
00:30:46: (..)
00:30:47: Christian Thiele: [00:25:21] Oh, die Information, die
00:30:50: liegt mir leider nicht vor, die habe ich nicht.
00:30:53: Vielleicht hast du das schon mal gehört oder sowas ähnliches, das ist
00:30:58: das sogenannte Knowledge Hiding, also das Zurückhalten von Wissen.
00:31:02: Und von diesen kontraproduktiven Formen von Umgang mit Wissen
00:31:06: hat Florian herausgefunden, gibt es verschiedene Formen.
00:31:10: Evasive Hiding.
00:31:11: Ja, ich schicke dir das die Tage, ich stelle uns
00:31:14: da mal einen Call ein dazu und dann kommt nichts.
00:31:18: Kein Dokument, kein Call oder, äh, keine Ahnung, ich habe mich
00:31:22: damit wirklich noch nie befasst, obwohl genau davon meine letzte
00:31:26: Diss oder meine letzten 28 Kundenkontakte gehandelt haben.
00:31:30: Also sich dumm stellen.
00:31:31: Oder andere Variante, auch sehr schön.
00:31:34: Mensch, ich würde dir das so gern weiterleiten, aber leider, leider, leider
00:31:39: habe ich da keine Freigabe vom Kunden oder Befehl von ganz, ganz oben.
00:31:44: Also dieses sogenannte Rationalized Hiding,
00:31:46: vermeintlich rationalisiertes Zurückhalten von
00:31:50: Wissen.
00:31:51: [00:26:26] Und dann gibt es noch zwei weitere Facetten.
00:31:54: Knowledge Sabotage, also das bewusste Weiterleiten einer alten
00:31:58: Folienfassung eines nicht mehr aktuellen Projektstandes zum Beispiel.
00:32:03: Und schließlich Knowledge Hording, also das Horten von Wissen
00:32:07: spielt ja irgendwie in die anderen Formen auch mit rein.
00:32:11: Die Bücher, die Florian dazu geschrieben hat, sein eigener,
00:32:15: großartiger Podcast, seine Erreichbarkeiten und all das, all
00:32:19: dieses Wissen teile ich natürlich mit euch in den Shownotes.
00:32:23: Apropos teilen.
00:32:24: Wenn ihr den Podcast mit anderen teilt, liked, shared, mit
00:32:28: vielen Sternen beschenkt, haben viele andere auch was davon.
00:32:32: Danke dafür schon jetzt.
00:32:33: Zurück zum Florian.
00:32:34: Wenn ich all das verhindern will und diesem Knowledge Hiding entgegenwirken
00:32:39: will, wenn ich also das Teilen und den Austausch von Wissen aktiv fördern
00:32:44: will, dann ist es ja, finde ich, spitzfindig gesagt, gar nicht bloß
00:32:49: Knowledge Management, sondern aktives Knowledge Leadership, oder?
00:32:53: [00:27:34] Und David, sind wir bei dem zentralen Thema dieses Podcasts, Führung.
00:32:58: Was sagt Florian aus dieser Wissensperspektive dazu?
00:33:02: (.)
00:33:03: Florian Offergelt: [00:27:45] Jein.
00:33:05: Also ich glaube, Knowledge Management ist so ein bisschen die Basis.
00:33:10: (.) Ich muss gewisse Prozesse schaffen.
00:33:12: Auch eine Feedback-Kultur, die ich in der Organisation
00:33:16: entwickle und pflege, gehört zum Wissensmanagement.
00:33:19: Ey, also wir machen Fehler.
00:33:21: Wir reden über Fehler.
00:33:23: Man darf Fehler machen, psychologische Sicherheit.
00:33:26: Ich darf dann auch vor allem drüber reden.
00:33:29: Und wir lernen draus.
00:33:30: Da gibt es Branchen, die da auch sehr, sehr gut sind.
00:33:34: Zum Beispiel Aircraft, also Luftfahrt, weil da halt
00:33:37: natürlich ein Fehler gleich ganz andere Kosten hat.
00:33:40: Stichwort Menschenleben etc. Also die haben viel krassere
00:33:44: Feedback-Prozesse als jetzt zum Beispiel andere Branchen.
00:33:48: Das ist das Management.
00:33:50: Und das ist, glaube ich, wichtig, dass ich als
00:33:53: Organisation, als Basis einfach so Grundlegung pflege.
00:33:56: //Christian Thiele: Also wir glauben, hey, wir sitzen
00:34:00: einmal die Woche zusammen, reden, was ist passiert.
00:34:03: Keine Ahnung, Bailey Standing, Stand Up oder was auch immer.
00:34:07: (..)// Dieses Knowledge Leadership, dieses Vorangehen, dieses, hey,
00:34:12: schau mal, ich, äh, ich lebe das vor, was ja extrem wichtig ist.
00:34:16: So dieses, ähm, eine meiner Lieblingstheorien im
00:34:19: Wissensmanagement ist die Theorie des sozialen Lernens.
00:34:23: [00:28:51] Kommt ganz ursprünglich eigentlich
00:34:26: aus der, aus der Entwicklungspsychologie.
00:34:29: Bandura hat da so aufgezeigt, dass das so mit Kindern so ist.
00:34:33: Wir lernen durch Beobachten, wir lernen durch Erfahrungen.
00:34:36: Ähm, wir wissen, ja, das holen wir wieder ein bisschen aus, Kinder, die zum
00:34:41: Beispiel in, in, in jungen Jahren in Haushalten, Haushalten aufwachsen, wo
00:34:46: häusliche Gewalt etc. passiert, scheinen dieses Verhalten später auch eher
00:34:51: zu zeigen, weil sie davon lernen, sie beobachten, sie sehen das.
00:34:56: Und, ähm, es gibt so gewisse Voraussetzungen, wenn wir so
00:34:59: lernen wollen, soziales Lernen, die Personen, Personen, von
00:35:03: denen wir lernen, müssen irgendwo für uns sichtbar sein.
00:35:07: So, ursprünglich waren das halt die Eltern, die sind sichtbar.
00:35:11: In der Organisation sind es Führungskräfte, die da halt sehr, sehr sichtbar sind.
00:35:17: Sie müssen eine gewisse Auswirkung auf uns haben können, Bestrafung, Belohnung
00:35:22: etc. (.) und, ähm, man muss eine gewisse Regelmäßigkeit, also ich muss es
00:35:27: nicht nur einmal sehen, sondern, wie gesagt, irgendwie häufiger.
00:35:31: Und dann lerne ich durch Beobachtung.
00:35:33: Ich lerne, weil mir Sachen vorgegeben werden.
00:35:36: (.)
00:35:37: Christian, ich, ich erwarte von dir, dass du mit niemandem darüber redest.
00:35:42: [00:29:52] Du darfst es niemandem sagen.
00:35:45: So, und jetzt muss ich das noch nicht mal dir sagen, sondern ich sitze
00:35:50: vielleicht daneben, als Praktikant, sage ich mal, und höre das und lerne
00:35:54: davon, Ah, es gibt Themen, mit denen darf ich über niemanden reden, so.
00:35:59: Das heißt, wir nehmen so soziale Normen auf, lernen dadurch
00:36:03: automatisch und Führungskräfte sind einfach Rollenbilder.
00:36:07: Ich sage jetzt ganz gewiss, Rollenbilder, an denen wir uns orientieren.
00:36:12: Ich sage nicht Vorbilder, weil wir eben auch sehr
00:36:15: stark negatives Verhalten übernehmen können.
00:36:18: Wenn wir Führungskräfte haben, das war ja meine Forschung, die Knowledge
00:36:23: Hiding vorleben, dann zeigen wir selber auch viel Knowledge Hiding.
00:36:27: Wenn wir Führungskräfte, da sind wir bei diesem Knowledge Leadership, was du ja
00:36:32: ansprichst, die positives Verhalten zeigen, Feedbackkultur pflegen, die mit dir
00:36:38: reden, die irgendwo auch vielleicht diese Empathie haben, so dieses Gefühl, hey,
00:36:43: ähm, da passt jetzt was nicht, komm, lass mal irgendwie ansprechen, so dieses Wissen
00:36:49: teilen, dann ist das eigentlich eine wunderbare, perfekte Ergänzung für diese Basis,
00:36:54: Knowledge Management, die man als Organisation sowieso schaffen sollte.
00:36:59: (.)
00:37:00: [00:30:53] Also ich denke, die beste Kombination ist
00:37:03: beides, Knowledge Management und Knowledge Leadership.
00:37:07: Ähm, aber wie gesagt, die Basis und dann oben so dieser Katalysator, der
00:37:12: das alles vielleicht so ein Stückchen weit beschleunigt, das Leadership.
00:37:17: (...)
00:37:18: Christian Thiele: [00:31:08] Gerade wieder hatte ich einen Workshop mit dem
00:37:23: Führungsteam, wo es um genau diese Themen ging, Umgang mit Wissen, Silos.
00:37:27: Ja, und das mit diesen Silos ist ja häufig gar nicht immer so.
00:37:32: Wenn ich zum Beispiel als Autozulieferer in China anfange, nicht bloß
00:37:36: zu fertigen, sondern auch zu entwickeln, ja, Silos einreißen, gut und
00:37:41: schön, aber wie viel von meinem Wissen, von unserem Wissen, will ich
00:37:45: denn da auch wirklich proaktiv mit allen großzügig teilen?
00:37:49: Ich kenne direkt einen Fall, wo das einen etablierten
00:37:53: Mittelständler die Existenz gekostet hat.
00:37:55: Buchstäblich plötzlich auf der Messe, paar Stände weiter,
00:37:59: Mitbewerber aus China bietet das gleiche Zeug 40% billiger an.
00:38:03: Ein Jahr später sehe ich dann Fotos, die Fabrikhallen sind total
00:38:08: leergeräumt, die Firma ist Geschichte, die Firma ist pleite.
00:38:12: Nach zwei oder drei Generationen Großraum München.
00:38:15: Ja, ist vielleicht ein krasses Beispiel, aber es zeigt, (.) müssen wirklich
00:38:20: alle, alle Silos abbauen, [00:32:09] alles Wissen mit allen immer teilen.
00:38:25: Sagt sich leicht, aber, ja, lebt sich vielleicht auch häufig
00:38:29: schwer und ist vielleicht auch gar nicht immer sinnvoll.
00:38:33: Wo brauchst du das vielleicht?
00:38:35: Wo helfen euch Silos?
00:38:36: Wie diskutiert ihr das auch in eurem Führungskreis?
00:38:39: Nehmt ihr euch überhaupt Zeit dafür, solche Themen zu diskutieren?
00:38:44: in einem Breakout bei der Führungskräftetagung.
00:38:47: Ich empfehle das sehr.
00:38:48: Zurück zum Gespräch mit Prof. Dr. Florian Offergeld.
00:38:52: (.)
00:38:53: Wir haben über das Why, das Wozu von Wissensmanagement
00:38:56: oder Wissensleadership gesprochen.
00:38:59: Wir haben über das What gesprochen, was auch das Whatnot.
00:39:03: (..) und dann lass uns doch mal eingehen auf so ein paar
00:39:06: Dinge, was man tun kann und was man auch vermeiden sollte.
00:39:10: Von dem her, du bist Psychologe, Wirtschaftspsychologe.
00:39:14: Inwiefern ist denn das Vertuschen, beziehungsweise eben auch das Teilen von
00:39:19: Lösungen, [00:33:12] von Wissen überhaupt eine Frage der Psychologie, eine Frage
00:39:24: der Technik, der Tools, (.) eine Frage der Führung und der Kultur in der Bude?
00:39:29: Was ja vielleicht dann auch wieder eine Frage der
00:39:33: Psychologie oder der Organisationspsychologie ist.
00:39:36: (.)
00:39:37: Florian Offergelt: [00:33:31] Also, es ist erst mal ganz klar eine kulturelle Frage.
00:39:43: Kultur prägt sich aber auch wieder durch Führung.
00:39:46: Also, wenn ich eine extreme Ellenbogen, Ellenbogengesellschaft habe, dann
00:39:51: ist das ja irgendwie auch was Kulturelles, wo auch immer die herkommt.
00:39:55: Also, es gibt ja Gründe, warum es diese Kulturen gibt.
00:39:59: Also, wir wissen zum Beispiel, äh, Projektarbeit,
00:40:02: die stark zeit, äh, zeitgetrieben ist.
00:40:05: Also, weil ich sage, es gibt harte Deadlines, etc., führt eher zu Knowledge-Hiding.
00:40:10: So, weil wir wissen, äh, das Teilen von Wissen ist zeitaufwendig.
00:40:15: Wenn ich keine Zeit habe, dann teile ich nicht mit dir Wissen.
00:40:19: Du hast vielleicht auch noch Rückfragen, dann mache
00:40:22: ich es lieber gleich selber, so nach dem Motto.
00:40:25: Also, es gibt auch ganz pragmatische Gründe, warum
00:40:29: man schädliches, nicht positives Verhalten zeigt.
00:40:32: Also, psychologisch betrachtet Kultur ein absolut
00:40:35: relevanter Faktor im Wissensmanagement.
00:40:38: Dann, äh, ja, Führung hatten wir ja sowieso schon besprochen.
00:40:42: Gibt verschiedene Gründe.
00:40:44: Es gibt ja auch ganz, ganz tolle Führungskräfte,
00:40:47: die das sehr, sehr, sehr gut vorleben.
00:40:49: Ähm, aber, also, es ist nie ein guter Gedanke, Angst davor
00:40:53: zu haben, dass du Leute um dich herum besser machst.
00:40:57: [00:34:35] Weil sie ja dann besser sein könnten als ich.
00:41:00: Also, es gibt wirklich viele Leute, was wir auch wissen aus den
00:41:05: Gesprächen, aus den Studien, die wir selber gemacht haben, und die
00:41:09: Angst davor haben, dass andere Leute besser sein könnten als jemand
00:41:13: und die dementsprechend, die versuchen, Leute klein zu halten.
00:41:18: Also, ich glaube, jeder kennt diese Geschichten auch.
00:41:21: Christian Thiele: [00:34:51] Ja, und ich würde sagen, das kann aber
00:41:26: auch in manchen Organisationen eine höchst rationale Strategie sein.
00:41:30: Wenn ich zum Beispiel zwei Leute gegeneinander laufen lasse als CEO, wer
00:41:35: da mein nächster Bereichsleiter wird, dann ist natürlich schon die Frage,
00:41:40: inwiefern A, B auch wirklich alles irgendwie zeigt, teilt und mitteilt.
00:41:44: Florian Offergelt: [00:35:12] Also, ja, also, dass gewisses schädliches
00:41:49: Verhalten einen selber bevorteilen kann, das sieht man immer wieder.
00:41:54: Also, wenn ich einen Wissensvorsprung habe, habe ich
00:41:57: einen Wissensvorsprung, wenn ich die nicht teilen will.
00:42:01: Aber für die Organisation selber, nochmal,
00:42:04: ist es eigentlich meistens eher schädlich.
00:42:06: Wenn ich als Führungskraft versuche, Leute gegeneinander
00:42:10: auszuspielen, um zu schauen, keine Ahnung, es kann nur einen
00:42:14: geben.
00:42:15: (..)
00:42:16: Ich persönlich würde das eher unter schädlichem Führungsverhalten jetzt
00:42:21: wieder zeigen, anstatt zu sagen, okay, man befähigt, man redet transparent
00:42:26: und achtet halt dann darauf, wirklich den zu nutzen, der, oder das zu
00:42:30: nutzen, um festzustellen, okay, wer ist denn der wirklich fähigere, (.)
00:42:35: oder die fähigere für, äh, für eine Position oder ein Postnetz.
00:42:39: Ganz noch kurz, weil du es vorhin angesprochen hast, der letzte Punkt, auf
00:42:44: der individuellen Seite gibt es natürlich schon auch noch Strukturen, (.)
00:42:49: Persönlichkeitsdimensionen, etc., die eher dazu führen, ob ich jetzt redselig
00:42:54: bin, ob ich spreche, ähm, ob ich viel Wissen teile oder eher weniger.
00:42:59: [00:36:15] Also, Extraversion versus Introversion, Neurotizismus,
00:43:03: ich weiß nicht, ob da die Big Five so ein Begriff sind, so, genau.
00:43:08: (..)
00:43:09: Also, da gibt es auch Forschung zu, die sagt, also, das führt
00:43:13: eher dazu, dass ich jetzt zum Beispiel ein bisschen teile, dass
00:43:17: ich vielleicht auch eher, ähm, schädliches Verhalten zeige.
00:43:21: Es gibt ja die Dark Triad.
00:43:23: Christian Thiele: [00:36:32] Mhm. Ja.
00:43:25: Bis hin zu Alter.
00:43:26: Äh, ich habe jetzt gerade von einer Studie bei BMW gelesen, (.) wonach
00:43:31: altersgemischte Teams am besten sind in der Weitergabe von Wissen, weil sozusagen
00:43:36: die alten Hasen, den Jungen und die jungen Technikaffinen mit ihrem vielleicht
00:43:41: sehr, äh, äh, äh, äh, sozusagen linear Tech-Wissen, damit auch die Älteren irgendwie
00:43:47: mitnehmen, die dann aber vielleicht wiederum das Erfahrungswissen mit einbringen.
00:43:52: (.)
00:43:53: Florian Offergelt: [00:37:02] Also, ja.
00:43:56: Also, wir wissen, A, aus Studien und auch aus der Theorie, ich habe leider
00:44:01: gerade vergessen, wie die Theorie selber heißt, aber die war von Carstensen,
00:44:06: glaube ich, dass wir im Alter eher dazu tendieren, harmonischer zu werden.
00:44:11: Also, wir werden eher ruhiger, suchen gar nicht
00:44:14: mehr so extrem diesen Wettkampf, Wettbewerb.
00:44:17: Und es kommt natürlich hinzu, wenn ich jetzt irgendwo, äh, sag ich jetzt
00:44:22: mal, 55 oder 60 bin, dann bin ich wahrscheinlich in der Organisation
00:44:26: meistens schon an dem Punkt angekommen, vielleicht gibt es noch einen
00:44:31: Schritt nach oben, etc., aber ich bin so aus diesem zermürbenden Wettkampf,
00:44:36: bitte nicht falsch verstehen, irgendwo so ein Stückchen weit raus.
00:44:40: Äh, junge Leute brauchen natürlich ein Stückchen weit Wissen.
00:44:44: Ich glaube, dass die untereinander da schon immer noch stärker
00:44:49: diese Phänomene haben können, dass Wissen weniger geteilt wird.
00:44:53: Aber wir wissen aus der Forschung heraus, dass generell
00:44:56: diversere Teams, ähm, stärker performen, bessere Leistung
00:45:00: zeigen können, sondern ganz wichtig, können, das ist kein
00:45:04: Muss.
00:45:05: Also, ich kann jetzt nicht den buntesten Haufen
00:45:08: zusammenwählen, das geht wahrscheinlich schief.
00:45:11: Diversität, und das ist jetzt egal, [00:38:06] ob es
00:45:15: Geschlechter, Ethnien oder Alter ist, muss gemanagt werden.
00:45:19: Also, es ist wichtig, das zu managen.
00:45:21: Weil es kann auch anstrengend, schwierig, kompliziert, langwierig sein.
00:45:26: Genau, absolut.
00:45:27: Also, wenn ich einfach nur den buntesten Haufen zusammenwerfe, ähm, auf allen
00:45:32: Ebenen, dann wird es wahrscheinlich schief gehen, weil die sich nicht nur
00:45:37: untereinander verhalten, weil die komplett unterschiedliche Verständnisse von Themen
00:45:43: haben.
00:45:44: Du brauchst jemanden, der in der Lage ist, das gut zu managen.
00:45:48: So, und jetzt könnte ich mir sehr, sehr gut vorstellen, wenn du jemanden
00:45:52: hast, der so ein altersdiverses Team gut managt, der oben drüber steht,
00:45:57: vielleicht selber eine gewisse Erfahrung hat, ein paar Mal schon erlebt hat,
00:46:02: etc., und das gut managt, dass das absolut, äh, früchte-tragend sein kann.
00:46:07: Christian Thiele: [00:38:48] Gut gemanagte
00:46:10: Vielfalt und Diversität als ein Erfolgsrezept.
00:46:13: Absolut.
00:46:14: Knowledge Mapping heißt, was geht wie.
00:46:17: Florian Offergelt: [00:38:56] Knowledge Mapping heißt, was geht wie.
00:46:21: Ähm, ja, wie, naja, wir sagen, man auch immer bei Projekten von
00:46:25: uns, so, so Wissenslandkarten, so ein Stückchen weit aufbauen.
00:46:29: Ähm, ist übrigens auch sehr, sehr wichtig, so
00:46:32: in diesem ganzen Bereich, so Silos aufbrechen.
00:46:36: Du schaust dir an, meistens spezifisch für ein Thema,
00:46:39: wo habe ich in der Organisation welches Wissen?
00:46:42: Also erstmal welches Wissen, welche Wissensträger?
00:46:46: Das kann man ja sehr gut, ähm, äh, quasi mal aufzeichnen.
00:46:49: Hey, wir haben den langjährigen Experten für, kann man sagen, hier sind, Tontechnik.
00:46:55: Wir kennen den Experten, der sich super auskennt mit Videoschnitt.
00:46:59: //Christian Thiele: Mit Licht, oder?// Mit Licht, genau, whatever.
00:47:04: Ähm, wir wissen, dass, äh, gewisse Erfahrungen
00:47:07: gemacht worden sind in der Vergangenheit.
00:47:10: So, das kannst du eben alles aufnehmen.
00:47:12: Welche Erfahrungen hat man gemacht?
00:47:14: Keine Ahnung, da gibt's die Leute, die sind irgendwie schon
00:47:18: hundertmal rausgegangen, haben Dokumentationen gedreht, äh,
00:47:22: keine Ahnung, die waren in irgendwelchen Kriegsgebieten.
00:47:26: So, da machst du andere Erfahrungen, die aber sehr, sehr wichtig sein können.
00:47:31: S01: [00:39:50] Mhm.
00:47:33: Florian Offergelt: [00:39:51] Jetzt im medialen Bereich zum Beispiel, als wenn du
00:47:38: jetzt sagst, so, da ist der eine, der halt irgendwie die geilsten Podcasts irgendwie
00:47:44: aufnehmen kann, aber halt immer nur in einem Studio sitzt und solche Geschichten.
00:47:49: So, und das kannst du eben aufzeichnen.
00:47:52: Das sind, A, welches Wissen haben wir?
00:47:54: Welche Wissensträger haben wir?
00:47:56: Wer sind denn auch die Gruppen oder Personen, die dieses Wissen nutzen?
00:48:01: Und dadurch, das ist immer so eine Basis, kann man halt dann
00:48:05: sehr, sehr gut sich anschauen, also zentriert sich zum
00:48:08: Beispiel Wissen auf eine Person oder auf, auf Abteilungen?
00:48:12: Ähm, wie kann Wissen fließen?
00:48:14: Ähm, es gibt eine sehr, sehr schöne Studie, das ist echt
00:48:18: ganz cool, da geht's so um, um Netzwerke, Wissensfluss,
00:48:22: ähm, wo es darum ging, um, äh, Mafia-Netzwerke in Italien.
00:48:26: Und wo die geschaut haben, wie fließt Wissen,
00:48:29: et cetera, und wo sind dann die Knotenpunkte?
00:48:32: Und das ist echt ganz cool, weil du siehst, ähm, ich weiß jetzt nicht mehr, ich
00:48:37: glaube, äh, unten in, in, in, in Sizilien ist es die Camorra, ich weiß nicht mehr,
00:48:42: also eine von diesen Mafia-Organisationen, wo sie dann durch, äh, Telefonate, die
00:48:48: sich angezapft haben, et cetera, [00:40:51] sehr, sehr genau zeigen konnten, welche
00:48:53: Personen sind, sind quasi so die Relevanten, die dieses Netzwerk aufrechthalten.
00:48:59: Und das sind nicht die, die Kapos, also nicht die, die Paten, äh, weil die
00:49:03: kommunizieren ja, wenn es blut läuft, nur mit irgendwelchen handschriftlichen
00:49:09: Zetteln, ähm, und, äh, das erlaubt dann auch zum Beispiel wieder, so, das sind
00:49:14: ja auch Wissensträger, und das erlaubt natürlich auch wieder in einem ganz
00:49:19: speziellen Maße zu sagen, ich könnte jetzt, wenn wir jetzt an solche Netzwerke
00:49:24: denken, diese auch zum Beispiel sehr effizient zerschlagen, wenn ich will. was
00:49:29: zum Beispiel da auch von, äh, den entsprechenden, ähm, äh, ja, staatlichen
00:49:34: Einheiten, et cetera, gar nicht das Interesse war, weil wenn ich die jetzt
00:49:39: zerschlagen würde, dann würden sich die Netzwerke halt auch wieder anders knüpfen.
00:49:44: Und du hast natürlich auch immer den Vorteil, wenn alles sehr zentralisiert läuft
00:49:50: über zwei, drei Personen, jetzt aus der Perspektive des Beobachters, dass es halt
00:49:55: sehr, sehr leicht ist, dann dieses Wissen unter Umständen auch abzugreifen, weil ich
00:50:01: weiß, ich muss eigentlich nur die beobachten, was drumherum läuft sowieso da
00:50:06: zusammen.
00:50:07: Also, da, ähm, ein Hoch auf die Wissenschaft,
00:50:10: da gibt es super coole, äh, Forschungen zu.
00:50:13: Christian Thiele: [00:41:52] Spannend, ich weiß nicht, ob uns hier
00:50:17: Organisationsentwickler in der Mafia zuhören, äh, vielleicht nehmen die hier auch
00:50:23: noch was mit.
00:50:24: Ja, wäre ganz geil, wenn ich da einen Anruf kriege.
00:50:27: Ähm, ich möchte nochmal einen Punkt aufgreifen, den du benannt hast, äh, eben der
00:50:32: digitale Wissens, äh, der digitale Zwilling, der digitale Wissenskommission.
00:50:37: Wissenszwilling.
00:50:39: Florian Offergelt: [00:42:16] Großer Unterschied, Zwilling versus
00:50:43: Wissenszwilling, digitaler Zwilling gibt es schon sehr, sehr lange.
00:50:47: Das ist quasi Prozesse und Maschinen, wenn ich jetzt zum Beispiel, wenn
00:50:52: BMW, wir sitzen in München, ein neues Werk irgendwo, Greenfield, irgendwo
00:50:57: hinbaut, dann bauen die von so einem Werk einen digitalen Zwilling.
00:51:01: Die schauen sich Abläufe an, was passiert, wenn irgendwo ein
00:51:05: Ablauf gestört wird, etc., aber das sind Prozesse und Maschinen.
00:51:10: //S01: Ja.// Der digitale Wissenszwilling ist eigentlich die Ergänzung dazu, weil
00:51:15: ich jetzt erstmals anschauen kann, wie handeln denn Menschen in so einem System?
00:51:20: Welches Wissen ist denn vorhanden?
00:51:23: Und, äh, in meiner Vorstellung passiert irgendwann mal die perfekte
00:51:27: Symbiose, dass ich einen digitalen Zwilling mit einem digitalen
00:51:31: Wissenszwilling, den ich eben entwickeln und aufbauen kann.
00:51:35: Weil dann schaue ich nicht nur, was passiert, wenn ein Prozess irgendwie
00:51:40: nicht optimal läuft, sondern welche Entscheidungen werden denn dann in
00:51:45: diesem Fall unter Umständen getroffen und was passiert denn dann?
00:51:49: Christian Thiele: [00:43:06] Also so diese Vorstellung
00:51:53: ist, ist die realistisch in meinem Kopf?
00:51:55: Äh, ich hab, was weiß ich, so und so viele, als Vertriebler so und
00:52:00: so viele Verträge ausgehandelt und jetzt, äh, jetzt, äh, werde ich
00:52:04: so ein bisschen älter und möchte aber mein Wissen auch weitergeben,
00:52:09: äh, und so ein bisschen die strategische Flughöhe erhöhen.
00:52:12: Das heißt, ich speichere vielleicht auch so mein implizites Wissen aus
00:52:17: tausenden Verhandlungen in so einen digitalen Wissenszwilling und dann
00:52:22: können meine Untergebenen oder Mitarbeitenden, äh, mich sozusagen, äh,
00:52:26: 24-7 nutzen, äh, um sozusagen mit meinem Wissen aus dem digitalen
00:52:31: Wissenszwilling zum Müller-Meyer-Schmidt bei der Verhandlung gehen und
00:52:35: sind eigentlich genauso gut oder vielleicht sogar noch besser aufgestellt
00:52:40: als ich.
00:52:41: Ist es so einfach? (.)
00:52:43: Ganz so einfach ist es nicht.
00:52:45: Florian Offergelt: [00:44:01] Also die Idee, die du gerade
00:52:49: nennst, ist erstmal von, von der Theorie her richtig.
00:52:52: //Christian Thiele: Ja.// Prinzipiell.
00:52:55: Dass ich sag, ich, genau dieses Erfahrungswissen, was du
00:52:58: ansprichst, kann ich irgendwo ein Stückchen weit speichern.
00:53:02: //S01: Mhm.// Ähm, ähm, am Ende gerade Verhandlungen oder so sind etwas,
00:53:07: da muss man auch einfach mal üben, so, weil, so, das läuft ein bisschen
00:53:12: anders, aber gerade dieses Wissen, so, du bist jetzt der erfolgreichste
00:53:17: Verhändler, Verhändler, Verhändler, Verhandelnde, äh, der Händler.
00:53:21: Ja, genau, du bist der erfolgreichste Verhandelnde,
00:53:24: äh, bestes Sales-Guy bei dir in der Firma.
00:53:27: Ähm, du hast wahrscheinlich gewisse Strategien, die du vielleicht bewusst,
00:53:32: vielleicht unbewusst irgendwo anwendest. du hast Wissen, was du wahrscheinlich
00:53:37: nie richtig dokumentiert hast, über Kunden, Stammkunden, etc.
00:53:41: Christian Thiele: [00:44:44] Ich weiß vielleicht auch gar nicht,
00:53:46: dass ich dieses Wissen hab, bevor mich jemand danach fragt.
00:53:50: Florian Offergelt: [00:44:50] Genau, und deswegen ist es
00:53:53: tatsächlich aber auch, ähm, schwierig, was die Automatisierung
00:53:58: angeht, äh, zum Erheben dieses impliziten Wissens.
00:54:01: (.) aber, ähm, wie gesagt, man kann durch verschiedene Methodiken, Fragetechniken,
00:54:06: kann man dir dieses Wissen peu a peu quasi ein Stückchen weit irgendwo entlocken.
00:54:12: Sowas geht zum Beispiel auch über so Critical-Incidence-Techniken, dass ich sage,
00:54:17: okay, was waren denn so die krassesten Verhandlungen, die du geführt hast?
00:54:22: So, und dann erzählst du das und dann kann man das im Nachhinein analysieren.
00:54:27: Also wichtig, nur was du erzählst, das kannst du mitnichten einfach nur in
00:54:32: irgendeine KI reinwerfen, sondern das musst du methodisch dann ein Stückchen
00:54:37: weit analysieren, versuchen eben so allgemeingültige Heuristiken herauszuziehen.
00:54:43: Und dann kann ich mit dir in den nächsten
00:54:45: Gesprächen zum Beispiel noch tiefer einsteigen.
00:54:48: So, warum hast du das und das gemacht?
00:54:51: Was war das und das?
00:54:52: Ein bisschen wie wir vorhin so beim Skifahren drüber geredet haben, so ein Stück.
00:54:58: Man seziert es und kann halt immer tiefer reingehen, schaut sich dann eben
00:55:03: unterschiedliche, äh, jetzt in dem Fall Verhandlungen an oder Situationen.
00:55:08: Was hat in der Situation funktioniert?
00:55:10: [00:45:50] Was in der Situation?
00:55:12: Wann hast du mehr nachgebohrt?
00:55:14: Wann bist du vielleicht auch rausgegangen aus der Verhandlung?
00:55:18: Und woran hast du das festgemacht?
00:55:21: Sondern das kann man halt alles, also hast du irgendwo Strategiewechsel drin?
00:55:26: Wann kam dieser Strategiewechsel?
00:55:28: Das sind, das ist alles Wissen, was man entnehmen kann, aber das braucht
00:55:33: Fingerspitzengefühlen, das braucht jetzt in dem Fall zum Beispiel auch Gespräche
00:55:38: und Methodik, weil das so eigentlich niemals irgendwie kodifiziert wurde.
00:55:43: Weil am Ende bist du quasi zu deinem Arbeitgeber hingegangen,
00:55:47: hast gesagt, zack, hat er unterschrieben, wir haben hier x
00:55:51: Millionen Auftrag und die sagen alle nur geil, geil, geil.
00:55:55: Und wenn dich einer fragt, wie hast du das gemacht?
00:55:58: Sagst du, ja, ich bin's halt. (..)
00:56:00: Christian Thiele: [00:46:31] Silos aufbrechen.
00:56:03: Höre ich in jedem zweiten Workshop, wir müssen diese Silos aufbrechen.
00:56:08: Du hast den Begriff eben auch genannt.
00:56:11: Und dann gibt es ja wahrscheinlich Situationen, Kontexte, wo diese Silos
00:56:15: aufzubrechen, entweder wahnsinnig mühsam wäre oder wo es sogar falsch wäre,
00:56:20: wo es sogar sinnvoll ist, die Leute gegeneinander antreten zu lassen.
00:56:25: Ja, welche Situation hast du da im Kopf?
00:56:28: Ich habe da eine Situation im Kopf.
00:56:30: Meta 2020 hat in Auftrag gegeben, intern eine Methode, um Deepfakes zu erkennen. und
00:56:36: sie haben 35.000 unterschiedliche Lösungsansätze aus der Organisation bekommen.
00:56:41: Da würde ich mal behaupten, die hätten sie nie bekommen, wenn sie
00:56:45: gesagt hätten, wir kommen mal alle zusammen, wir machen hier erstmal
00:56:50: eine große Wissensdatenbank, sondern wahrscheinlich haben sie die
00:56:54: Leute loslaufen lassen, unabhängig voneinander, (..)
00:56:58: [00:47:33] um sozusagen ja auch diesen Confirmation Bias auf
00:57:02: das aufzubauen, was die anderen, sondern eine möglichst breite
00:57:06: Zahl an unterschiedlichen Wegen auch herauszufinden.
00:57:09: Oder ist das valide für dich, das Beispiel?
00:57:12: Florian Offergelt: [00:47:45] Ja, ja, ja, also ich glaube erstmal, vom Wording her
00:57:18: muss man vielleicht ein bisschen aufpassen, das, was du jetzt erzählt hast, klingt
00:57:23: für mich nicht, dass man die Leute hat gegeneinander antreten lassen, sondern man
00:57:28: hat einfach aus den unterschiedlichsten Quellen versucht, Wissen zu nehmen.
00:57:33: Also man hat jetzt nicht gesagt, hey, das ist ein Wettkampf und der, der von euch
00:57:39: die beste Idee bringt, alle anderen, keine Ahnung, verlieren ihre Jobs oder so.
00:57:44: Christian Thiele: [00:48:03] Ich glaube, es
00:57:47: gab, nee, aber ich glaube, es gab sogar Geld.
00:57:50: Florian Offergelt: [00:48:05] Also es gab schon andere.
00:57:54: Genau, man kann schon sagen, hey, ihr könnt was machen und der,
00:57:58: der, der, der die sinnvollsten Ideen bringt, der kann irgendwo was
00:58:02: kriegen, aber, ähm, das ist quasi wahrscheinlich auch ein gewissermaßen
00:58:07: ein Stückchen weit auf einer freiwilligen Basis gewesen.
00:58:11: //S01: Ja, genau, also das verändert dann schon
00:58:14: nochmal den Wettbewerb so ein bisschen.
00:58:16: Okay.// Ähm, ja, wir wissen, dass wenn ich jetzt Leute
00:58:20: zusammen packe, dass wir in so einer Art, äh, also manche
00:58:24: Leute haben dann sowieso, haben eher Angst, was zu sagen.
00:58:28: Ich könnte ja was Falsches sagen.
00:58:30: Das ist immer so eine Persönlichkeitsfrage auch ein bisschen.
00:58:34: Äh, wir wissen, dass wir nicht zwangsläufig mehr oder bessere Antworten
00:58:39: generieren, wenn wir quasi alle Leute irgendwie in einen Raum packen.
00:58:43: Sondern man kann also das schon auch sehr individuell oder getrennt betrachten.
00:58:48: Silos können schon ein Stückchen weit, äh, Sinn machen.
00:58:52: Also genauso wie du es gesagt hast, ich meine, Goa, also
00:58:56: die Firma Goa, Goa, war so ein Beispiel, die hatten, ähm,
00:59:00: mehrere Standorte auch mit eigenen Entwicklungszentren.
00:59:03: Ich glaube, es gab auch einen hier in Putzbrunn.
00:59:07: Ich weiß nicht, ob die entwickelt haben, also in München, Putzbrunn.
00:59:11: [00:49:05] Ähm, und haben die quasi...
00:59:14: Christian Thiele: [00:49:07] Ich glaube, ehrlich
00:59:17: gesagt, der Witz daran ist, dass die alle entwickeln.
00:59:20: Ja.
00:59:21: Dass alle Standorte auch selber irgendwie eigenständig auch was developpen können.
00:59:27: Florian Offergelt: [00:49:14] Genau.
00:59:29: Und die Idee damals war, zu sagen, hey, wenn, wenn niemand weiß, woran der
00:59:34: andere so richtig forscht, können irgendwie bessere Ideen entstehen.
00:59:39: Ich kann ja tatsächlich nicht sagen, ob das am Ende fruchtend war.
00:59:43: Ich glaube, Gore ging es auch nicht so gut, geht es nicht so gut.
00:59:47: Sorry, wenn ich da jetzt was Falsches erzähle, vielleicht auch nach wie vor.
00:59:52: Machen gute Produkte. Ähm.
00:59:54: Wissen wir als Skifahrer. //S01: Genau.
00:59:57: (.) Ja.
00:59:58: (..)// Und, ähm, das heißt, also, es macht schon einen Unterschied
01:00:02: im Umgang, äh, des Wissens, ob ich Leute bewusst voneinander
01:00:06: trenne oder ob ich einen gewissen, äh, Wissensfluss zulasse.
01:00:10: Da müssen wir mal fast mit meinen Kollegen, dem
01:00:13: Sebastian, das ist viel in der Kreativitätsforschung.
01:00:17: Das hat noch was zu tun.
01:00:18: Also, du brauchst einen gewissen Wissensbasissatz, äh, um kreativ
01:00:23: zu sein, aber zu viel kann auch, äh, schlecht sein, also.
01:00:27: Christian Thiele: [00:50:06] Radikal anderer Ansatz, 180 Grad
01:00:31: anders, äh, äh, äh, statt Silos zu lassen, ich gebe alles raus.
01:00:35: Ich gebe meine Kronjuwelen des Unternehmenswissens raus.
01:00:39: Adobe stellt den Adobe Reader kostenlos zur Verfügung.
01:00:42: Tesla haut irgendwann äh, äh, etliche der
01:00:45: Patente zur Elektromobilität kostenlos raus.
01:00:48: Wann macht es Sinn, sozusagen das, die Coca-Cola-Formel
01:00:52: rauszugeben in die Welt und Open Source zu machen?
01:00:55: Florian Offergelt: [00:50:42] Ähm, für eine
01:00:58: Organisation selber wahrscheinlich, äh, weniger.
01:01:01: Weil, also, ich glaube, auch wenn Tesla jetzt alle Patente alles
01:01:05: freigibt, glaube ich nicht, dass Tesla an sich profitieren würde.
01:01:10: (..) Mhm.
01:01:11: Also, das muss ein gewisses, äh, Gutmenschtum sein, dass halt
01:01:15: ein, also jetzt, da würde ich jetzt auch nicht dran glauben,
01:01:19: dass das jemals passiert, aber dass ein Elon Musk sagt, passt.
01:01:23: Ich habe sämtliche Spiele, die mir so eingefallen sind, durchgespielt, macht,
01:01:28: was ihr wollt, äh, tu was Gutes für die Welt oder vielleicht auch nicht.
01:01:33: (.)
01:01:34: Ähm, es kann natürlich einen Vorteil haben, dass wenn ich jetzt
01:01:38: zum Beispiel Sachen gratis, äh, äh, zur Verfügung stelle, dass
01:01:42: ich halt die Leute erstmal auf meine Plattformen hole.
01:01:46: Ja, äh, keine Ahnung, jeder nutzt Adobe.
01:01:48: So, jetzt nutzt es jeder.
01:01:50: Jetzt willst du hier aber eigentlich, wäre geil,
01:01:53: wenn ich das Ding unterschreiben könnte.
01:01:56: Ja, ja, ja, ja.
01:01:57: Also, die Unterschriftfunktion, die kostet halt fünf Euro.
01:02:01: //Christian Thiele: Ja, ja, ja, ja.// Also, da stecken dann
01:02:05: meistens schon irgendwie auch individuelle Interessen dahinter.
01:02:09: Ähm, werden wir jetzt beim Wissen bleiben.
01:02:12: S01: [00:51:40] Mhm.
01:02:13: Florian Offergelt: [00:51:40] Ähm, bleibe ich dabei, dass es innerhalb
01:02:18: der Organisation, glaube ich, größtenteils sehr, sehr sinnvoll ist.
01:02:22: Man muss es immer ein bisschen spezifisch betrachten.
01:02:26: Aber größtenteils sinnvoll ist, wenn ich den
01:02:29: Menschen relevantes Wissen zur Verfügung stelle.
01:02:32: Also, wie gesagt, ich bleibe nochmal bewusst bei relevant, dass man gewisses
01:02:37: Wissen, keine Ahnung, was verdient XY, äh, wenn wir jetzt nicht von Vorständen
01:02:42: in Aktiengesellschaften etc. reden, dass man sowas vielleicht nicht sagt, da
01:02:47: kommen wir jetzt über die Vorteile und Nachteile darüber diskutieren, wie oft man
01:02:52: über solche Sachen, ist ja auch was Kulturelles, so ein Stückchen weiter redet.
01:02:58: (..)
01:02:59: Ähm, ähm, ich glaube, dass es für eine Organisation selber aber vorteilhaft
01:03:04: ist, wenn man den Leuten das Wissen, was sie brauchen und haben sollen,
01:03:08: zur Verfügung stellt, übergeordnet, also dieses Silo aufbrechen.
01:03:13: (..)
01:03:14: Als Organisation selber, die dauerhaft Bestand haben will, glaube ich, tust du dir
01:03:19: keinen Gefallen, dich jetzt nach außen jeglicher Konkurrenz mit dem Wissen zu
01:03:24: öffnen.
01:03:25: Also, ob du was gratis anbietest, also, keine Ahnung, äh, wenn ich
01:03:30: jetzt als Pharmakonzern der Opiode, Opiode, Opiode, Opiode, Opioide,
01:03:34: Opioide vorher herstelle, die erstmal verschenke, jeden richtig
01:03:38: mache und dann sagt, jetzt kostet's Geld, was das jetzt, äh.
01:03:42: Christian Thiele: [00:52:52] Ich merke schon, du hast so eine Faszination für
01:03:48: Mafia und, äh, aber also, ja, am Ende ist es ja auch was Strategisches.
01:03:52: Florian Offergelt: [00:52:58] Also, genau, wenn ich jetzt jedem, äh, wenn ich
01:03:57: jetzt als, das ist natürlich ein Case, der ist ein bisschen schwierig, aber
01:04:02: wenn ich irgendwo Hersteller von, äh, Stromladesäulen bin und ich die
01:04:07: Elektroautos quasi, äh, jetzt herschenke, weil sie jetzt nichts kosten oder
01:04:12: wie auch immer und dann fährt, äh, auf einmal jeder nur noch an meine
01:04:17: Elektro-Ladesäule, sodann kann er halt auch eine Strategie dahinter stecken.
01:04:22: Christian Thiele: [00:53:18] HP mit den Druckern, die Drucker
01:04:26: kosten nix, aber die Patronen sind dann das, womit ich...
01:04:30: Florian Offergelt: [00:53:24] Es ist was sehr Strategisches und, ähm, also, das,
01:04:35: jetzt tue ich wahrscheinlich vielen Organisationen Unrecht, aber meistens stecken
01:04:40: da dann schon irgendwelche, äh, unternehmerischen Gedanken, ja, genau,
01:04:45: Wertschöpfungsideen dahinter, ähm, die wenigsten, ja, ich glaube, aus der
01:04:50: wissenschaftlichen Perspektive, ich glaube, Wissen wird häufiger quasi zur Verfügung
01:04:55: gestellt, wo dann eben die Menschen davon profitieren dürfen und können, so.
01:05:01: (..)
01:05:02: Christian Thiele: [00:53:56] Drei Dinge will ich noch von dir wissen, so, Jan.
01:05:07: Dein größter Erfolg? Dein größter Erfolg?
01:05:09: Florian Offergelt: [00:54:02] Boah, ich glaube,
01:05:13: das muss man unterschiedliche Ebenen setzen.
01:05:16: Beim Skifahren, übergeordnet, äh, mein größter
01:05:19: Erfolg, und das ist jetzt egal, auf welcher Ebene?
01:05:22: Christian Thiele: [00:54:11] You choose.
01:05:25: Florian Offergelt: [00:54:12] Okay.
01:05:27: Ähm, ähm, die Familie mit meiner Frau und meiner zum jetzigen Zeitpunkt
01:05:32: neun Monate alten Tochter, äh, erstmal das Glück zu haben, sowas
01:05:36: miterleben zu dürfen und hoffentlich auch intelligent und schlau genug
01:05:41: zu sein, zukünftig, äh, die Zeit richtig dahin schiften zu können.
01:05:45: (..) Größter Erfolg, ja.
01:05:47: Christian Thiele: [00:54:37] Wichtigste Stärke?
01:05:50: Stärken? (...)
01:05:51: Florian Offergelt: [00:54:42] Loyalität.
01:05:53: Ich bin, wenn ich Vertrauen zu jemanden habe, wenn ich Freunde habe, bin
01:05:58: ich, glaube ich, sehr, sehr loyal und damit zusammenhängend zuverlässig.
01:06:03: Das, glaube ich, ist sehr, sehr etwas, wenn du Freunde von mir fragen
01:06:08: würdest, Geschäftspartner, wenn ich, in Anführungszeichen, mit dir ins
01:06:12: Bett steige, wenn ich, wenn wir cool sind, dann kannst du dich auch
01:06:17: auf jeden Fall und unter allen Umständen auf mich verlassen.
01:06:21: Aber, ich will nicht sagen, dass ich nicht auch, wenn du,
01:06:25: also, wenn du jetzt irgendwas machst, wo ich sage, so, das
01:06:28: geht gar nicht, dann kann ich dich das auch spüren lassen.
01:06:32: (.)
01:06:33: Christian Thiele: [00:55:19] Wofür möchtest du in Erinnerung bleiben?
01:06:38: (..)
01:06:39: Florian Offergelt: [00:55:23] Wenn ich mal nicht mehr da bin?
01:06:43: (.)
01:06:44: Christian Thiele: [00:55:25] Zum Beispiel?
01:06:47: (.)
01:06:48: Florian Offergelt: [00:55:27] Ähm. (..)
01:06:50: Christian Thiele: [00:55:29] Und jetzt sag nicht dein digitaler Wissenszwelling.
01:06:56: Florian Offergelt: [00:55:32] Ich kann ja nie
01:06:59: verschwinden, das wollte ich gerade sagen, nein.
01:07:02: (..)
01:07:03: Ähm, tatsächlich, das ist so ein Ziel, also, ich glaube, das ist so ein bisschen so
01:07:08: mit so eins der, aus, aus einer unternehmerischen Perspektive größtenzinnig habe,
01:07:14: ich würde gerne irgendwann eine, etwas geschaffen haben, eine Firma, eine
01:07:19: Organisation, was auch immer, von der viele, viele Menschen existieren oder leben
01:07:24: können.
01:07:25: Also, irgendwann mal zurückzublicken und zu sagen, hey, ich habe was
01:07:30: geschaffen, wovon ganz, ganz viele Menschen leben und profitieren konnten.
01:07:35: Und da geht es jetzt nicht darum, dass irgendwie fünf Leute mit
01:07:39: reich geworden sind oder so, sondern wirklich viele Leute sagen
01:07:43: irgendwie, geil, darauf bauen Existenzen und Familien auf.
01:07:47: Das wäre etwas, wo ich sehr, sehr stolz drauf wäre.
01:07:50: (.)
01:07:51: Christian Thiele: [00:56:17] Cool, ich hoffe, du hast dann
01:07:55: noch die Zeit für eine eine oder andere Skitour mit mir.
01:07:59: Florian Offergelt: [00:56:20] Das kriegen wir hin.
01:08:02: Christian Thiele: [00:56:22] Deal. Danke.
01:08:05: (...)
01:08:06: Wie gehst du, wie geht deine Organisation, deine Firma,
01:08:10: dein Unternehmen um mit dem Erhalt, dem Teilen von Wissen?
01:08:13: Das würde ich gern wissen.
01:08:15: Schreibt mir dazu gern auf LinkedIn und schreibt mir
01:08:19: auch, wie hat euch dieses Videoformat gefallen?
01:08:22: Sollen wir das häufiger machen?
01:08:24: Lohnt sich der Aufwand für dich, für euch?
01:08:27: Vielen, vielen Dank dir, lieber Professor Dr. Florian
01:08:30: Offergeld, für deine Zeit, für deinen Input.
01:08:33: Vielen Dank dir, liebe Mario und lieber Christoph, für
01:08:37: Begleitung, Redaktion, Produktion und Perfektion.
01:08:40: Und vielen Dank, liebes Ikone-Team Leo und Nick, für die Gastfreundschaft für
01:08:45: euch und für die tolle Zusammenarbeit mit diesem ganzen Video-Gezauber hier.
01:08:50: Ganz schön lang der Abspann, ich merke es gerade.
01:08:53: Ja, und last but not least, danke dir, beziehungsweise
01:08:57: euch da draußen fürs Zuhören und dabei sein.
01:09:00: [00:57:22] Bis zum nächsten Mal bei Positiv Führen.
01:09:03: Ciao, servus und bye, bye.
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